Strassenseminar vom 02.08.2017

Der gestrige Vortrag von Manni Guerth über Gerechtigkeit, Freiheit und Demokratie für Arbeiter/Innen war so mitreißend und authentisch, dass viele Menschen sich die Zeit nahmen, stehen blieben, teilweise auf Fahrräder gestützt, um zuzuhören. Es war zu merken, dass das Thema niemanden kalt lässt.
Dies machte auch die anschließende Diskussion mit den Zuhörern klar. Unzufriedenheit, Unmut oder auch Wut der Menschen, über die momentane Lage/Zustände der oder ihrer Arbeitssituation, machten sich teilweise durch laute Zwischenrufe , oder auch mit Klatschen oder Kopfnicken deutlich.
Ein guter Arbeitskollege von Manni Guerth sagte unter anderem, zum Schluss seines kleinen Vortrags zu dem Thema:“ Wir müssen noch ein bisschen was tun für die Gerechtigkeit“. Wo er Recht hat, hat er Recht!
Hier ein paar kleine Eindrücke der Veranstaltung: Anmoderation-Video und ein kleiner Ausschnitt-Vortrag des Arbeitskollegen.

Die komplette Aufzeichnung des Vortrages ist in Arbeit und wird demnächst hier erscheinen. 

Reise in die Normandie, die Gelb Westen

Ich beginne mal mit der Reise in die Normandie , vor ca. 1 Jahr.

Wir hatten als Familie, drei Engländer und drei Deutsche, für eine Woche ein Quartier in der Normandie gemietet. Ein wenig Erholung, kleine private politische Diskussionen sowie Besuche von historischen Bauten und Museum sollten die Woche füllen.

Bei der Anreise mit dem Auto von Paris in die Normandie sah man häufig Gelb Westen. Sie waren  an den größeren Straßen-Verkehrspunkten präsent. Im Dunkeln sind wir in der Normandie angekommen, in dem kleinen Nest Gratot, in der Nähe von Coutances.

Am ersten Tag waren wir am Atlantik spazieren. Am zweiten Tag fuhren wir in Richtung Coutances und kamen an einem Kreisverkehrspunkt wo sich die D44 mit der D971 trifft. Genau an diesem Punkt hatten sich ca. zwanzig Alte, Junge, Frauen und Männer von den Gelb Westen an einem Feuer und mit Fahnen und Tannenbaum geschmückten Treffpunkt versammelt. Es sind Arbeiter mit Teilzeit Jobs, Rentner, Arbeitslose, Putzfrauen, Kraftfahrer, Auszubildende, Lagerarbeiter usw. die auch nach ihrer schlecht bezahlten Arbeit dort zum Treffpunkt kommen. 

Als wir sie sahen hatte jeder von uns den Wunsch mit ihnen zu sprechen. Wir parkten das Auto und gingen zu ihnen.

Sie waren ein wenig überrascht, weil wir „Ausländer“ sie besuchten. Nach einer Minute sahen und spürten sie, dass wir absolut solidarisch mit ihnen sind. Wir sagten, dass wir ihren Mut und Kampfgeist bewundern und das sie etwas wunderbares machen. Das ihr Kampf Unten gegen Oben nur eine Volksbewegung machen kann. Sie sagten, dass sie sehr glücklich seien, dass wir sie besuchen und fragten, wie die Menschen in Deutschland sie wahrnehmen. 

Sehr positiv und als Vorbild für alle Fortschrittlichen Menschen in Deutschland. Es gibt sehr viel Sympathie in Deutschland. Sie waren sehr glücklich und wir umarmten und küssten uns. 

Fast alle weinten, ich auch, weil das Gefühl der Gemeinsamkeit sehr stark war. Diese innige Verbundenheit ist ein Gefühl von brüderlicher Liebe, wie man  sie nur in solchen Situationen erleben kann. Es ist ein wunderbares Gefühl. Die Verbrüderung war zu tiefst menschlich.

Sie sagten, dass sie solange kämpfen werden bis alle Forderungen erfüllt sind. Für alle ist dieser politische Kampf der erste in ihrem Leben. Sie waren vorher nie politisch. Die Ungerechtigkeit und ihre soziale Situation hat sie zu dem gemacht, was sie jetzt sind, ein Teil einer großen Volksbewegung. Wir haben viele Fotos gemacht.

In der einen Stunde in der wir uns verbrüderten fuhren unzählige Autos vorbei die hupten, als Zeichen der Solidarität mit den Gelb Westen. Viele hatten auch Gelb Westen auf ihrem Armaturenbrett liegen. 

Beim zweiten Treffen waren wir schon bekannte Freunde. Man zeigte uns die aus dem Nichts heraus gebauten provisorischen Unterkünfte, wo sie teilweise übernachten. Alles haben sie alleine organisiert und gebaut. Wir unterhielten uns wie Freunde und tauschten Infos aus. Man kann ihren Kampfwillen und ihre Entschlossenheit förmlich „anfassen“, so stark ist er. Das sind keine Menschen, die man bei „Aufstehen“ trifft, oder in der linken Szene vorfindet, das sind Menschen, die bereit sind alles zu geben um ihr Ziel zu erreichen.

Das ist eine revolutionäre Entschlossenheit, wie ich sie noch nie erlebt habe. Liebe und Solidarität ist ein wichtiger Teil in ihrem Kampf. Deshalb werden sie auch Erfolg haben.

Diese innige Liebe, Solidarität und Verbrüderung gibt es in der „aufstehen Bewegung“ nicht.

Darum wird die „aufstehen Bewegung“ auch niemals zur Volksbewegung werden – auch wenn man sich eine Gelbe Weste überzieht – aller höchstens eine kleine Partei von linken Besitzbürgern mit polit Fuzzis aus dem Bundestag als Vorsitzende.

Manni Guerth

Resolution gegen das politisch kriminelle Steuer- und Finanzsystem Deutschlands

  1. Wir fordern die sofortige Schließung aller Finanzämter und Finanzbehörden.
  • Wir fordern, dass alle Finanzgesetze und Verordnungen mit sofortiger Wirkung außer Kraft gesetzt werden.
  • Wir fordern, dass die Kontrolle und Befugnisse über die Steuereinnahmen den Finanzbeamten und Politikern mit sofortiger Wirkung entzogen werden.
  • Wir fordern, dass alle, der Korruption und Vorteilsnahme verdächtigen Personen in Politik und Wirtschaft, die der arbeitenden Bevölkerung Schaden zugefügt haben, sofort zu entlassen sind und deren Vermögen sofort zu beschlagnahmen.
  • Wir fordern, das die Menschen die mit ihrer Arbeitskraft dazu beitragen, dass die Gesellschaft am Leben bleibt, Kontrolle über die Finanzvergabe und Steuereinnahmen in Form von kollektiven Gremien erhalten – Berufspolitiker o.ä. sind nicht zugelassen. 
  • Wir fordern die sofortige Abschaffung der parasitären Mehrwertsteuer.
  • Wir fordern die Senkung der Lohnsteuer auf einen 5 % Satz.
  • Wir fordern, dass die Sozialabgaben gesenkt werden und alle Einnahmen ausschließlich der arbeitenden Bevölkerung zugute kommen.
  • Rentenauszahlung: Ausgezahlt  wie Eingezahlt. D.h. 100% Eingezahlt gleich 100% Ausgezahlt, ohne Abzüge oder Nebenkosten.
  1. Wir wollen eine neue Staatsform aufbauen, in der die Menschen, die mit ihrer Arbeitskraft, ihrer wissenschaftlichen und künstlerischen Leistung der Gesellschaft helfen sollen, sich positiv weiter zu entwickeln. Sie sollen die Politik, die Wirtschaft und die Kunst bestimmen.
  1. Wir wollen das Vorhandene Vermögen, welches die arbeitenden Menschen erschaffen haben ihnen dann weggenommen wurde, an ihnen zurückgegeben wird.
  1. Wir werden die Milliarden und Billionen an Reichtum, die sich eine Handvoll Finanzeliten angeeignet haben, beschlagnahmen und der arbeitenden Bevölkerung zurückgeben.
  1. Jeder der nachweisen kann, dass er mit seiner Arbeitskraft der Gesellschaft geholfen hat am Leben zu bleiben, wird seinen wirklichen Lohn zurück erhalten – konkret werden das für jeden von uns mind. 50.000.- bis 1.400.000.- Euro -, das ist absolut realistisch.
  1. Diese Forderungen und Maßnahmen sind nicht Verhandelbar.

Arbeiter und Lohnabhängigen Allianz,  Manni Guerth